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Bauklötze und das sinnvollste Training für die Kondition

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training kondition

Was du vielleicht nicht weißt, ist, dass ich zwei Studienabschlüsse in Politikwissenschaft habe. Paradoxerweise hat mich das zusätzlich motiviert, mich einer „Informationsdiät“ zu unterziehen. Nachrichtensendungen – egal ob RTL oder ZDF – und Tageszeitungen – egal ob BILD oder FAZ – kommen mir nicht ins Haus. Bzw. ins Hirn. Ich entscheide mich für meine eigene Mündigkeit und gegen systemkonforme Propaganda.

Ob du mir bzgl. unserer „Leitmedien“ (ich leite mich schon ganz alleine, danke) zustimmst, oder nicht: Mündigkeit ist unheimlich wichtig. Egal, worüber wir reden. Probleme entstehen gerne dann, wenn Menschen ihre Mündigkeit und Eigenverantwortung allzu leichtfertig abgeben. Dann hören sie auf, mitzudenken und verlassen sich stattdessen blind auf „Experten“.

Und was diesen letzten Punkt anbelangt, kann ich mich kaum entscheiden, was ich schlimmer finde: Die resultierende Blindheit im Einzelfall? Oder die dauerhafte (!) Abhängigkeit, die sich umso weiter zementiert, je länger ich den Pfad des blinden Vertrauens beschreite?

Sobald es um Bewegung und Ernährung geht, laufen leider sehr viele in diese klassische Falle. Sie suchen sich einen Experten (nach mehr oder minder guten Kriterien) und folgen dessen Empfehlungen (Ernährungs-/Trainingsplan) blind.

Um es mit Kanye West zu sagen:

There’s leaders, and there’s followers. But I’d rather be a dick than a swallower.

Ähem. 😉

Versteh mich nicht falsch: Als Phase ist das völlig in Ordnung. Man fängt bei Null an und lässt sich erstmal von anderen zeigen, wie der Hase läuft. Aber es sollte eine Phase bleiben, die man durchläuft, um sie zu verlassen.

Das ist etwas, das uns hier antreibt, weil wir Menschen lieber Grundsätze vermitteln, mit denen sie dann selber arbeiten und experimentieren können, statt ihnen blind zu befolgende Vorschriften zu machen.

training kondition

Bauklötze für Kraft und Kondition

Das klingt vielleicht noch wenig greifbar. Ein einfaches Beispiel verdeutlicht, was ich meine: Als Kind hab ich mir mal unbedingt ein Modellflugzeug gewünscht. So eins zum selber zusammenbauen. Die Motivation? Das Flugzeug auf der Packung sah verdammt cool aus! Was gar nicht cool war, war das nervtötende Befolgen einer Anleitung, die es mir lediglich überließ, diese mit Hingabe zum Detail wie ein Roboter zu befolgen – laaaangweeiilig! Und ja, das Modell hat Papa zusammengebastelt…

Der Gegenentwurf wären simple Bauklötze. Keine Anleitung, kein vorgegebenes Endprodukt – mach was draus!

Die Beispiele lassen sich auf die Welt des Trainings übertragen. Die meisten Trainer geben dir das Modellflugzeug und sagen: „Hier, spiel damit!“, während sie dich vielleicht mit einer kleinen Ladung Bauklötze weiter voranbringen könnten.

Die Ursache liegt vor allem darin, dass zu viele Menschen zu wenig über die Bauklötze (also die grundlegenden Prinzipien und Konzepte) wissen.

Es gibt ein paar einfache Grundelemente sinnvollen Krafttrainings. Du kannst mit deinem Oberkörper drücken und ziehen. Du kannst mit dem Unterkörper heben und beugen. Du kannst Dinge tun, die unheimlich anstrengend für den Rumpf werden. Du kannst andere Dinge tun, die deinen Puls ins unermessliche steigen lassen. Du kannst neue Bewegungen lernen (hey, es gab eine Zeit, da konntest du nichtmal gehen!). Du kannst Dinge tragen. Du kannst an deiner Mobilität arbeiten. Und wir sollten über die einzelnen Elemente und ein paar übergreifende Prinzipien Bescheid wissen, damit wir schließlich neue Möglichkeiten finden, die Bauklötze zu unserem gewünschten Endprodukt (= Ziel deines Trainings) zusammenzubauen.

Das gibt DIR die ultimative Kontrolle und erlaubt fließende Anpassungen, wenn sich dein Leben (von dem Training immer nur ein Teil ist) oder deine Ziele verändern. Was völlig normal und in Ordnung ist.

„Program Jumping“

Program Jumping bezeichnet das Verhalten von Menschen, die von einem vorgefertigten Trainingsplan zum nächsten „springen“, weil sie kein Programm länger als drei Wochen durchhalten. Solche Leute gibt es. Und der normale Reflex der „Experten“ ist, mit dem Finger auf sie zu zeigen und ihrer mangelnden Disziplin die Schuld zu geben. Und hey, das kann stimmen. Es kann aber auch sein, dass sich der Springer immer wieder von großartigen Versprechungen der „Experten“ verlocken lässt, um dann festzustellen, dass er gerade das nächste Modellflugzeug erworben hat, das er gar nicht will, weil er zerbrechliche Plastikteile und Sekundenkleber scheiße findet!

Vielleicht weiß er auch noch gar nicht genau, was er gut findet. Und auch das ist in Ordnung. Nur sind die fertigen Modellflugzeuge fatal, denn sie erlauben ihm kaum, das rauszufinden, während er trotzdem voran kommt und dabei Spaß hat. Stattdessen glaubt er irgendwann selber, dass er einfach keine Disziplin hat und nix zu Ende bringen kann. Und hey, dann kann ich ja auch aufm Sofa sitzen und RTL schauen und dick und unbeweglich werden, oder?

Jetzt bist du vielleicht ein ganz gewitzter Pro-Bro und sagst hämisch: „Naja, aber Training soll ja auch keinen Spaß machen!“ Klar, wir dürfen Spaß nicht mit einfach oder mit nicht gegebener Anstrengung verwechseln. Aber wenn du darüber hinaus glaubst, dass Training (für den Normalsterblichen, der nicht Profisportler ist) keinen Spaß machen sollte, dann musst du dir von mir folgende Frage gefallen lassen:

Bist du dumm!?

Das bringt mich zum finalen und wichtigsten Punkt für heute:

Konditionstraining

Eine Klassikerfrage ist: „Was soll ich für meine Kondition machen?“

Zunächst müssen die Anforderungen geklärt werden.

Sport-spezifisch

In diese Kategorie fallen Menschen, die für bestimmte Aktivitäten mehr Kondition wollen: In der Regel für ihren Hauptsport, den sie im Wettkampfrahmen als Amateur oder Profi ausüben. Ein Radrennfahrer oder ein Boxer könnten in diese Kategorie fallen. Ganz offensichtlich muss sich das Konditionstraining dieser beiden Sportler voneinander unterscheiden, um den speziellen Anforderungen gerecht zu werden. Die Ausdauer lässt sich auch kaum von den notwendigen Fähigkeiten in diesen Sportarten abkoppeln, wobei manche Sportarten komplexere Fähigkeitsprofile voraussetzen als andere. In jedem Falle muss ein großer Teil des Konditionstraining in der spezifischen Aktivität stattfinden, deren Verbesserung das Ziel ist.

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Photo courtesy of Jamie McCaffrey (Creative Commons License)

 

Nicht-spezifisch

In diese Kategorie fallen die allermeisten von uns. Es gibt hier keine spezifische Motivation außer allgemeiner Gesundheit und Veränderungen im körperlichen Erscheinungsbild, die den Wunsch hervorbringen, etwas zu tun, dass zu kontrolliertem Herzrasen führt und jede Menge Schweiß produziert.

Und da es unspezifisch und allgemein sein soll, kann ich mich jetzt bei allen anderen vernünftigen Trainern einreihen und dir was von Kettlebellswings, Prowler Pushes, Hügelsprints, Intervalltraining und Loaded Carries erzählen. Und daran ist nichts falsch.

Aber hey, wie wärs mal mit etwas originellerem? Etwas, was mehr Spaß macht? Wie wäre es, wenn der Hauptanteil deiner Konditionsarbeit ein richtiger Sport wäre?

Konditionstraining erfüllt idealerweise zwei Voraussetzungen, damit du es auch durchziehst: Spaß und Sicherheit. Alles ist relativ – aber wenn du deine konditionssteigernde Aktivität nach diesen Kriterien auswählst, wird das Ergebnis sicherlich die für dich nachhaltigste Variante sein.

RICHTIG: Mit hochwissenschaftlich festgelegten Intervallen, Pulsmessung und ähnlichem Schnickschnack kann dein Konditionstraining vielleicht eine Spur erfolgreicher sein. Aber brauchst du unbedingt noch einen Lebensbereich, in dem du Sklave des Effizienzgedanken bist und dich durch Dinge quälst, auf die du null Bock hast?

 

Meine Empfehlung ist: Finde einen Sport, der für dich ausreichend spaßig und sicher ist. Wenn du etwas wie Schwimmen, Brazilian Jiu-Jitsu, Fußball, Ultimate Frisbee oder Kayak fahren finden kannst, dann ist das ideal, weil du dann auch mal etwas außerhalb der „Sagittalen Ebene“ tust! Das sind Bewegungen, die nicht einfach nur nach vorn vom Körper weggehen bzw. nach hinten in der gleichen Ebene (Squats, Bankdrücken, Kettlebell Swings, Bizeps Curls – alles Klassiker in der sagittalen Ebene). Jetzt könnten wir anfangen uns über Lateral Lunges und Chops zu unterhalten. Oder du bewegst dich ein bisschen mehr im dreidimensionalen Raum, wofür dein Körper bestens geeignet ist – und tust gleichzeitig was für deine Kondition.

Weitere Vorteile dieses unüblichen Ansatzes für das „Konditionstraining“:

  • du lernst neue Bewegungen, was gut für dein Gehirn ist
  • du hast Spaß, was gut für deine Hormone und dein wahrgenommenes Stress Level ist
  • du siehst mal was anderes als den Kraftraum von innen
  • du lernst vielleicht neue Freunde kennen

Und wenn du mir jetzt erzählen willst, das sei nicht so anstrengend, wie nen Schlitten zu schieben: Du hast noch nie eine Runde Sparring absolviert, oder?

Bleib gesund!

Ruppert

PS: Die Antwort lautet Peanut Butter! Auf welche Frage? Auf alle Fragen!


Title photo courtesy of Artful Magpie (Creative Commons License)

9 Gedanken zu „Bauklötze und das sinnvollste Training für die Kondition

  1. Servus Ruppert!
    Ich wollte ein längeres Kommentar schreiben, indem ich dir beipflichte und eine schöne Metapher verwende, aber momentan brennt mir nur eine Frage auf den Lippen:

    Lese ich am Ende Naudi raus?

    Gruß,
    Ben

    1. Moin Ben 🙂

      Ich musste „Naudi“ erstmal googlen, weil ich keinen Plan hatte, von was oder wem du redest ;D
      Der Treffer „Naudi Aguilar“ hat mich dann erinnert. Von ihm und über ihn habe ich ein paar (wenige) Sachen gesehen und gelesen. Das Urteil der „etablierten“ über ihn fällt ja nicht besonders positiv aus. Habe mir aber nicht genug von ihm angesehen, um mir ein eigenes Urteil wirklich erlauben zu können. Was hältst du von ihm?

      Die Frage stellst du bestimmt wegen der Planes of Motion? Das war eher ein „eigener“ Gedanke. Paul Chek führt Lunge & Twist ja zB. als Primal Movement Patterns schon ewig, das war für mich persönlich einer der ersten Berührungspunkte mit dem Thema. Mir ist jüngst aufgefallen, wie wenig ich selber momentan außerhalb der sagittalen Ebene arbeite, das war vmtl. die Motivation.

      Bleib gesund!
      Ruppert

      1. Servus!
        Ja, Paul Chek hat das auch dabei. Naudi fixiert sich nur extrem auf das Training in der Transversalebene. Ziemlich interessante Gedanken. Sicherlich aber nicht für jeden geeignet.
        Ob Naudi Recht hat oder nicht werden wir nie erfahren. Es kommt ja nicht Gott vom Himmel und sagt: „Naudi, du hattest Recht.“ oder „Liebe Crossfitter, ihr habt immer schon Recht gehabt.“ ;D
        Aber ich selbst finde viele seiner Ansätze logischer und sinnvoller als das klassische Krafttraining.
        Zum Thema Etablierte: Wie etabliert man sich? Indem man den selben Käse labert wie die bereits Etablierten. Wenn jemand was Neues oder Gegenläufiges sagt ist es immer schlecht. Ist in jedem Lebensbereich so. Daher ist für mich ein Expertenurteil nicht so aussagekräftig. 😀

        Gruß,
        Ben

        1. Also so wie der Naudi sich vermarktet, was er erzählt usw. sieht er sich selber ja anscheinend im Sports Performance/Athletik Bereich. Ich finde, wenn man dort unterwegs ist, dann sollten die Ergebnisse für den Coach sprechen – nicht die große Fresse.

          Was er macht, ist auf jeden Fall _anders_. Es gibt sicher Menschen, die etwas direkt ablehnen, weil es anders ist. Aber es gibt auch viele, die Dinge anders machen, weil sie sich dadurch differenzieren können – nicht, weil es besser ist. Dann braucht man nur noch alle anderen „dumm“ und „antiquiert“ zu nennen – und schon scharen sich einige um den neuen Heilsbringer…

          Ohne allzu sehr auszuufern: Neue Wege beschreiten ist super. Ich denke nur, das geht auch respektvoll und mit etwas Integrität, ohne alles und jeden zu beleidigen und in Frage zu stellen – ohne selbst nennenswerte Beweise für die eigenen Behauptungen zu liefern. Das hat für mich sehr stark den Beigeschmack von „Schlechte Publicity ist besser als keine Publicity“. Finde ich menschlich sehr unsympathisch und lässt mich an der Integrität der Person zweifeln. Und dann bin ich seeehr skeptisch. Ich finde Ido Portal zeigt sehr gut, wie man es besser und respektvoll machen kann, während man einen anderen Weg beschreitet. Er schafft auch zumindest regelmäßig klinische Nachweise, wie gut die eigenen Methoden funktionieren.

          Als ich vor einem Jahr ein bisschen recherchiert hatte, hatte Naudi: Keinen einzigen Athleten in die NFL gebracht. Keinen Athleten auf olympischem Niveau gecoacht. Keinen MMA Fighter in der UFC gecoacht. Keinen MLB Spieler als Klienten (obwohl er doch der Oberguru fürs Werfen ist?).

          Gleichzeitig nennt er die Methoden von Coaches wie Eric Cressey, Dan John, Martin Rooney, Joe Defranco implizit und/oder explizit veraltet und sinnlos – Coaches, auf deren Level er noch LANGE nicht unterwegs ist und die all das regelmäßig tun, was ich gerade aufgezählt hab.

          +++

          Interessanter Artikel von Bret Contreras: http://bretcontreras.com/challenging-naudi-aguilar-of-functional-patterns-to-a-debate/

          1. Servus!
            Naja, bisschen über Naudi informiert hast du dich ja scheinbar schon. ;D
            Die Debatte mit Bret ist ziemlich lustig. Die geht gefühlt schon ewig.

            Naudi wird oft für seine fancy Übungen angegriffen. Dabei werden die zahlreichen Videos und Artikel von ihm überhaupt nicht thematisiert in denen es um die Grundlagen geht. Die coolen freaky Sachen sind nur die Oberfläche. Er sagt bspw. auch in jedem Video (vor allem in seinen frühen), wie verdammt wichtig es ist vorher seine Beweglichkeit zu erhöhen durch SMR, durch Bewegungen etc..

            Die Frage bei den Coaches ist: Sind es die Coaches oder die Athleten. Es gibt viele gute Athleten, die (sorry) beschissene Coaches haben. Und ja, ich kenne welche (aber Namen nennen is nicht so meins). Warum Naudi bspw. noch keinen NFL-Spieler rausgebracht hat ist natürlich zu hinterfragen. Antworten könnte man zwischen den Zeilen finden wenn man ihn länger verfolgt.

            Klar: Wenn du dein Bench/Squat/Dead-1rm verbessern willst, dann macht es keinen Sinn nach Naudi zu trainieren. Wenn du aber an deiner Bewegungsfähigkeit und Haltung arbeiten willst, kann es sehr sinnvoll sein. Wer die Maßstäbe des klassischen Krafttrainings (1rm; NFL-Spieler, Hypertrophie…) an Naudi anlegt wird immer sagen können es ist schlecht. Wer die Maßstäbe von Naudi (siehe oben) an klassisches Krafttraining anlegt wird aber auch immer sagen können es ist schlecht.
            Oder bildlich gesprochen: Wenn du einen Schokokuchen backen willst, bringt es dir herzlich wenig nach einem Erdbeerrezept zu backen. Andersrum genauso. Beides sind Kuchen, aber nicht miteinander vergleichbar. Der beste Konditor ist aber der, der viele Rezepte kennt und spezifisch für seine Kundenwünsche backen kann. ;D

            Aus eigener Erfahrung und der von Freunden/Bekannten und aus der Erfahrung von Leuten, welche auch eine mehrwöchige Ausbildung bei Naudi gemacht haben kann ich persönlich sagen, dass sich einiges an der Beweglichkeit, der Kraft, dem unproblematischen Bewegungsablauf, der Leichtüßigkeit und der Haltung tut.
            Leider, leider, leider trainiert weder Naudi nach anderen Methoden, noch seine Jünger, noch die Etablierten nach Naudi’s Methoden, noch deren Jünger. So bleibt vieles theoretischer Natur. Und bei Dingen wie „Leichtfüßigkeit“ oder Körpergefühl kannst halt schlecht messen. Das müsste man erfahren.

            Persönlich finde ich sehr viele Dinge sehr sinnvoll die Naudi sagt und finde es geil, dass er zu seiner Meinung steht und sich nicht verbiegt. Für solche Menschen hab ich nunmal eine Schwäche. 😀
            Aber manches finde ich auch nicht sinnvoll (Stichwort Kreuzheben, wie du schon sagst). So geht es mir aber auch bei den Etablierten. Manches finde ich sinnvoll, anderes nicht. Und so geht es wohl jedem der Dinge hinterfragt. Deshalb gibt es ja auch 1000 revolutionärer Trainingsmethoden. Eben weil jeder anders ist, sich hier und da was rauspickt und mit eigenen Erfahrungen mixt. So machen es die Großen auch. Zitat FT Summit 2015: „Steal from the best“ (Jacob Tucker).
            Ido finde ich auch extrem geil, da er vieles verbindet. Aber auch hier gibt es Dinge, die mich stören. Und das sage ich obwohl er auch Ergebnisse erzielt. Warum auch nicht? 😀

            Zur Wichseraussage:
            So ganz pikfein verhält Bret sich ja auch nicht. ;D Generell ist der Kerl mir unsympathisch, aber ich weiß nicht warum. Einfach so. „Ich kann dir zeigen, wie du einen fetten Arsch bekommst. Und wenn du Übung XY machst statt XYZ sogar 5% mehr! Du bist zwar kein Bodybuilder der auf jedes Miliprozent angewiesen ist, aber ich bin der Geilste! WUHU!“ (Sorry, ich wurde sehr subjektiv gerade ;D)

            Generell finde ich es schwierig die Menschlichkeit zu erfassen, da wir ja immer nur Videos, Artikel, Bücher, Interviews etc. sehen/lesen. Das ist alles nur ein Ausschnitt. Und die übergroße Mehrzahl der Menschen in Videos verstellt sich und macht alles steril und möglichst perfekt. Ist nachvollziehbar, aber dann eben nicht mehr real. Und Menschen sind es alle. Darunter auch viele Wichser – ob öffentlich oder nicht. Überspitzt gesagt: Die betrügen auch ihre Frauen, beleidigen andere Menschen im Straßenverkehr, trinken einen über den Durst, sind fremdenfeindlich…

            Ich bin auf jeden Fall bei dir, dass mir die Art nicht gefällt. Ich verfolge Naudi schon seit seine Videos nur ein paar Tausend Klicks hatten, also bereits seit einigen Jahren. Seitdem hat er sich sehr verändert was diesen ganzen „Beef“ angeht. Habe auch gehört er steigert sich da zu sehr rein, von Leuten, die ihn kennen. Das ist schade, aber nun gut, so ist es halt. Was mich noch mehr stört sind aber die Naudi-Jünger. Weiß nicht ob du mit vielen zu tun hast, die Naudi’s Lehre vertreten, aber es werden ja immer mehr. Verdammt, die werden so radikal und teilweise echt beleidigend! Nun gut, es sind aber immer die Jünger und Anhänger, die die Lehre ihres Meisters noch mehr radikalisieren. Traurig, aber wahr.

            Ich hoffe du kannst mir folgen, bin etwas unsortiert heute. 😀

            Gruß,
            Ben

            P.S.:
            Das Wissenschaftsthema will ich nicht öffnen, sonst kann ich garnicht mehr aufhören. 😀

            P.P.S.:
            Ich finde die Unterhaltung sehr gut! Mir macht es Spaß darüber zu diskuttieren und neue Aspekte zu hören. Wenn das auf respektvolle und freundliche Weise passiert – umso besser! 😀

          2. „Der beste Konditor ist aber der, der viele Rezepte kennt und spezifisch für seine Kundenwünsche backen kann. ;D“

            Stimm ich dir voll zu. Der Kuchen, der rauskommt muss stimmen. Wenn das so ist, spricht das auch für sich. Andere Bäcker schlecht reden, wenn man am Ende nach allen (messbaren) Maßstäben aber selber gar keinen revolutionär tollen Kuchen gebacken hat?

            Klar kann man jetzt die alte Leier fahren, dass erfolgreiche Coaches nur Glück haben mit ihren Athleten. Bringt uns das weiter, wenn wir die Qualität verschiedener Coaches debattieren? Ich kann nicht ausschließen, es mir aber schwer vorstellen, dass so eine „Glücksserie“ SO konstant halten würde, wie die Ergebnisse bei den in meinem letzten Kommentar genannten Coaches – die nach Naudis Einschätzung der verschiedenen Methoden ja so ziemlich alles falsch machen!

            Naudi erklärt sich zum Wurf-Experten und sagt, dass benchen und andere Pushes Werfern nix bringen und andere die „Biomechanik nicht verstehen“. Dan John war/ist Werfer und arbeitet mit Werfern bis einschließlich olympischem Niveau. Die Bench ist bei ihm ein staple. Außer er lügt in jedem zweiten Blogpost und jedem seiner Bücher? Ich finde es jetzt nicht völlig aus der Luft gegriffen, den Wunsch zu äußern, Resultate (!) sehen zu wollen, wenn jemand das alles für Quark erklärt. Oder siehst du das anders? Wenn ich mich hierhin setze und schreibe, dass ich Scheiße in Gold verwandeln kann, dann würde es MICH nicht wundern, wenn das jemand auch mal sehen will.

            Positioniert Naudi sich eigtl. als Gesundheits- und Rehabilitationsspezialist und ich missverstehe ihn nur? Für „Normalos“ ist performance natürlich nicht alles.
            ++
            „So ganz pikfein verhält Bret sich ja auch nicht“
            Wo konkret? Man sollte sich mal in dessen Lage versetzen: Er macht sich über Jahre einen Namen mit seiner Spezialität. Er fährt damit nachweislich sehr gute Ergebnisse entsprechend der Wünsche seiner Klienten ein. Er bekommt Anerkennung von namhaften Coaches (obwohl seine Methoden für viele von denen auch erstmal neu und anders waren). Und er macht nen PHD zu genau diesem seinem Spezialgebiet, um rauszufinden, wie effektiv seine Methoden wirklich sind.
            Und dann kommt so ein Typ, der sich nie mit dir persönlich auf fachlicher Ebene ausgetauscht hat. Der sich weigert, sich messbaren Standards zu unterwerfen. Jemand, der keine vergleichbaren Ergebnisse auf diesem Spezialgebiet vorzuweisen hat. Und der erklärt erstmal allen, dass das, was du seit Jahren verfolgst totaler Schwachsinn ist? Ohne Belege, ohne nachweislich bessere Methoden? Unter diesen Gegebenheiten hab ich größtes Verständnis für die „Offensive“ von BC. Von den dutzenden Screenshots abgesehen, konnte ich das meiste noch direkt auf der FP FB Seite nachlesen vor nem Jahr. Es gab keine Antwort von Naudi.

            Ich finde, so wie du, BC auch nicht sonderlich charismatisch. Er schreibt und erzählt für mich sehr langweilig und trocken. Aber: Solang ich ihn verfolge, gesteht er eigene Fehler offen ein und ist immer für einen fachlichen Dialog offen. Er verhält sich korrekt und bleibt sachlich, soweit ich das aus Diskussionen auf seinem Blog und zu seinen FB Posts beurteilen kann, auch wenn er hinterfragt wird.

            Selbst ein Mark Rippetoe, mit dem ich selber auf FB schon das Vergnügen hatte, ist verglichen mit Naudi noch direkt freundlich. DAS will was heißen 😀

            Fazit: Vll./bestimmt sind bei seinen Methoden sinnvolle Dinge dabei. Ich persönlich gehe gerne das Risiko ein, jemandem auszublenden, der so sein Geschäft betreibt. Ein Coach ist für mich in allererster Linie ein MENSCH.

            PS: Trotzdem kannst du sehr gerne Links setzen zu Inhalten, die deiner Meinung nach Naudis Philosophie vernünftig repräsentieren. Ich habe mir gerade nochmal einiges auf seiner Website angesehen und ich finde einfach keinen roten Faden, keine klare Linie.

            PPS: Ebenfalls danke für den interessanten Austausch. Habe auf der FP Seite gesehen, dass demnächst eine Cert von ihm in D stattfindet. Geh doch mal hin und berichte? 😉

          3. Moin moin Ruppert!

            Super, dass wir auf echt respektvollem Niveua miteinander schreiben. Und das beim Fitness/Sport-Themen. Du weißt ja wie sich die Leute da teilweise persönlich beleidigen! 😀

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            Nochmal zu Bret:
            Ich weiß nicht wie lange du den Konflikt schon verfolgst, aber Naudi hat meines Wissens nie Namen genannt und keinen persönlich angegriffen. Klar, Naudi hat seine Meinung und vertritt sie mit Überzeugung. Eine geschickte PR-Strategie tut ihr übriges dazu. Ich weiß nicht warum sich Bret dann persönlich angegriffen fühlt. Hätte er ja nicht nötig. Cook, Starrett, John, Boyle, Cressey,… juckt es ja auch nicht. Aber Bret fährt scheinbar auch eine gute PR-Strategie. Er „grillt“ btw. gerade den nächsten Guru:
            http://bretcontreras.com/grill-the-guru-respectfully-calling-out-dr-paulo-gentil/
            Lies mal ab Punkt 14. Ffür mich verhält sich Bret wie ein kleines Kind, das auf dem Schulhof zu oft das Pausenbrot weggenommen wurde obwohl er immer Einser schreibt und ganz fleißig ist. Aber hey, die Brasilianer haben scheinbar was gegen den Armen… Seine Klickraten gehen dadurch übrigens auch in die Höhe wie du dir vorstellen kannst.
            Und nochmal zu Bret, da ich ihn echt nervig finde: Was hat er gemacht? Er hat große Hintern erzeugt durch… Jetzt kommts: Training für Hintern!!!!! WOW! Ich würd schon fast sagen revolutionär!
            Im Ernst. Das kann jeder gute Trainer wenn er sich bisschen Mühe gibt. Und das ganz ohne eine (meiner Meinung nach leicht obsessiven) Seite wie dieser hier: http://bretcontreras.com/the-evolution-of-the-hip-thrust/

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            Zum Thema Kopieren (wohl gelöscht):
            Ich hab Naudi’s Buch 2 mal gelesen und es angewendet. Was in dem anderen Buch steht weiß ich leider nicht. Kenne es nicht. Aber das als Abklatsch zu betiteln? Gut, kann man so sehen. Dann sind dein Blog, mein Blog etc. auch nur Abklatschblogs, dann sind Dan John und Co. auch nur Abklatschcoaches von früheren Coaches.

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            Thema Buch/Zertifizierung:
            Im Buch ist übrigens nichts „fancy-mäßiges“ dabei. Geht eher in Richtung Kelly Starret, obwohl es noch weiter geht und eine komplexere Systematik hat.
            Kenne ein paar, die das ebenfalls angewendet haben. Auch bei meinen Spielern mache ich manche Dinge nach Naudi und sie werden besser oder sagen mir, dass sie nicht mehr zum Krankengymnasten müssen. Auf FB gibt es zahlreiche Fotos und Videos von anderen (klar, wie echt die sind wissen wir nicht), seine Anhängerschaft wächst und ich kenne absolut niemand (noch nicht mal davon gelesen/gehört), die nachdem sie sich darauf eingelassen Naudi’s Methoden schlecht/unnütz fanden. Es gibt also durchaus positive Stimmen.
            Ich kann leider nicht auf die Zertifizierung, aber ich frage dich: Wirst du nur studienbasierte Ergebnisse von objektiv messbaren Dingen wie 1rm als überzeugend werten?

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            Thema Coaches:
            „Vll./bestimmt sind bei seinen Methoden sinnvolle Dinge dabei. Ich persönlich gehe gerne das Risiko ein, jemandem auszublenden, der so sein Geschäft betreibt. Ein Coach ist für mich in allererster Linie ein MENSCH.“
            Versteh ich nicht. Bei Teil 1 frage ich ob Cook sein FMS Kit nicht verkaufen will oder ob Contreras seinen Thruster nicht loswerden will? Welcher Coach betreibt kein Geschäft? Und hilft Naudi seinen Klienten nicht? Wäre er komplett ausgebucht (im Halbstundentakt btw.), wenn es alles Schrott wäre?
            Bei Teil 2: Wie gesagt… Das sind alles Menschen. Das finde ich daher schwer zu argumentieren. Ich mag eher Typen die gegen den Strom schwimmen und dazu stehen, als die, die weinerlich an allem Bekannten festhalten. Am liebsten sind mir aber die, die sich nicht darum kümmern ob was alt oder neu oder fancy oder traditional ist sondern das nehmen, was ihnen sinnvoll erscheint und dazu stehen. Ok, doch wieder eher Typ 1.

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            Thema Inhalte Naudi:
            Um mal auf der reinen Sacheben zu bleiben schreibe ich dir gerne was ich bei Naudi sehr gut finde und was nicht:

            Gut:
            – Riesenfokus auf Myofascial Release (https://www.youtube.com/watch?v=lIFk1gXmbWc)
            – Fokus auf Haltung, Atmung und Gang (https://www.youtube.com/watch?v=WppZ6CejHMM)
            – Fokus auf strukturelle Integration durch Training (siehe Facebookposts)
            – Fokus auf unilaterale und rotatorische Bewegungen (https://www.youtube.com/watch?v=ALZyl-vhFGA)
            – Fokus auf Schmerzbeseitigung (https://www.youtube.com/watch?v=UsnVpX5gAv4&index=12&list=PL777ZsoYSZ9A-ElrB-wbZHEhNgdjFtEab)
            – Fokus auf Stressmanagement (https://www.youtube.com/watch?v=FR7ODWW8UtU)

            Das finde ich gut, weil es Punkte sind, um die sich keiner sonst zu kümmern scheint. Alle sagen immer „Jaja, mach Mobility. Ist sehr wichtig“. Aber bei Naudi ist das der verdammte Schlüssel um überhaupt zum Schlüssel zum Erfolg zu kommen. Weiter finde ich die Sichtweise inklusive Stressmanagement, Atmung und Schmerzen sehr interessant.

            Schlecht:
            – extremer Fanatismus (schade, dass er diesen Weg eingeschlagen hat)
            – Deadlift unfunktionell
            – klassische Kraftübungen als unfunktionell angesehen
            – Nichtberücksichtigung der individuellen anatomischen Gegebenheiten

            Dass er den Deadlift als unfunktionell ansieht finde ich nicht gut, da ich sehr wohl davon ausgehe, dass es funktionell ist. Bei Kniebeugen bspw. aber stimme ich ihm zu. Denn es passieren viel mehr Bewegungen im Sport und im Alltag im Ausfallschritt. Aber er sagt bspw. auch, dass man den Deep Squat können sollte. Und er meint (meines Wissens nach), dass es prinzipiell bei allen möglich ist. Das denke ich nicht, da die individuellen Gegebenheiten das garnicht zulassen manchmal (Femurkopf, Körperproportion). Da treibt er es mit der Mobility zu weit. Außerdem denke ich, dass DInge wie Olympic Lifting sehr funktionell sind und gerade für Sportler essenziell.

            Hier mal weitere Videos mit interessanten Ideeen:
            Infos:
            https://www.youtube.com/watch?v=9ykzrzNszpo (Hm, der total gehypte Myers arbeitet mit Naudi zusammen??? Komisch… ;D)
            https://www.youtube.com/watch?v=aWSY5dX2eSI (Von damals, noch weniger radikal wie du sehen wirst – inkls. Statement zu Starret)

            Ich wüsste nicht, warum man nicht Dinge von Naudi integrieren sollte. Hört sich für mich vieles stimmig an und ich habe Ergebnisse erlebt.

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            Nochmal:
            Naudi ist für mich eine wahre Bereicherung meiner Trainingsknowledge, da er neuen Input liefert, der teilweise komplett mit allem bricht. aher verteidige ich ihn öfters auch, da er wirklich super Inhalte hat, wenn man sich darauf einlässt.
            Das fünfte Buch über die Kniebeuge interessiert mich halt irgenwann nicht mehr. Und ich brauche auch nicht zu allem wissenschaftliche Erkenntnisse (aber das Thema wollte ich ja auslassen… :D) Vielleicht denke ich da auch anders. D
            Dass die Etablierten auch gutes Training machen und super Athleten hervorbringen steht außer Frage! Da bin ich ganz bei dir!

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            „Positioniert Naudi sich eigtl. als Gesundheits- und Rehabilitationsspezialist und ich missverstehe ihn nur? Für „Normalos“ ist performance natürlich nicht alles.“
            Meines Wissens nach hat Naudi keinen Anspruch Elitesportler zu trainieren und ist daher auch nicht an der maximalen Leistung interessiert. Für Spitzensportler also weniger interessant. Fakt ist aber: Es gibt weit mehr Normalos als Spitzensportler und dennoch wollen alle so trainieren wie die Elite. Ohne zu verstehen, dass Spitzensportler auch Geld dafür bekommen, dass sie ihren Körper komplett gegen die Wand fahren. Da finde ich Ansätze wie die von Naudi (Haltung, Atmung, Stressmanagement, Fokus auf Bewegungen, Integration statt Isolation, subjektives Körpergefühl, welches im wahren Leben eben mehr zählt als das 1rm) sehr interessant.
            Naudi hat ja auch nie gesagt eine bessere Methode für das Erreichen eines neuen PR im Bench zu haben oder die beste Methode für Muskelwachstum oder Powachstum oder sonstwas. Für das Erreichen dieser Ziele gibt es eben bewährte und sehr gut funktionierende Methoden. Naudi zweifelt eben an dem Sinn der Ziele und hat daher auch andere Methoden.
            Was meinst du?

            Gruß,
            Ben

          4. Moin Ben 🙂

            Ich denke, das liegt vll. daran, dass wir uns nicht mit unseren Überzeugungen identifizieren. Geht mir zumindest so, deshalb ist es mir nicht wichtig „Recht zu haben“. Ist für mich die einzige Ebene, auf der ein Austausch Sinn ergibt 🙂
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            „Dann sind dein Blog, mein Blog etc. auch nur Abklatschblogs, dann sind Dan John und Co. auch nur Abklatschcoaches von früheren Coaches.“

            Ich finde:
            A) Man sollte Quellen angeben. Aus Respekt, auch wenn es KEINE wissenschaftliche Arbeit ist. Ist nur mein persönliches Moraldenken und natürlich für niemanden bindend. (Vll. gibt er in dem Buch die Quellen ja vernünftig an)
            B) Noch sensibler bin ich da, wenn ich den Wein anderer neu abfülle und dafür dann sogar mehr Geld will, als das Original.
            (Überlegungen, die fiktiv und allgemeiner Natur sind, da ich das Buch nicht besitze und nur die squeeze page dazu kenne. Ich geb keine $30 aus, um das rauszufinden. So wichtig ist es mir nicht 🙂 )
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            „Wirst du nur studienbasierte Ergebnisse von objektiv messbaren Dingen wie 1rm als überzeugend werten?“

            Strohmann-Argument 😉 Türlich nicht! Eigene Erfahrung halte ich für sehr wichtig. Ich lasse mich jederzeit eines besseren belehren. Aber ich kann auch nicht ALLES ausprobieren, nur weil ich skeptisch bin und andere von den gleichen Dingen überzeugt sind. Vll. ergibt es sich mal und gerne werde ich meine Meinung ggf. ändern. Dazu brauch ich keine Studien. Ich bin da sicher ähnlich skeptisch was den „Gott Wissenschaft“ angeht, wie du es anklingen lässt.

            Ich hatte übrigens ein paar Übungen von FP ausprobiert, die ich via YT zum Thema LWS Beschwerden fand (weil ich da chronische Beschwerden hatte). Hat bei mir nichts gefruchtet. Die Egoscue Method und ein paar andere zusammengesuchte Dinge schon. Das ist nur ne kleine Anekdote und N=1. Ich will damit nur sagen: Ich wäre jederzeit wieder offen, Dinge von ihm zu testen, wenn ich den Bedarf sehe und er eine mögliche Antwort hat. Beim bisher einzigen Versuch ging es daneben. Aber ging es mit Kelly Starrett auch. Deswegen empfehle ich dessen Sachen auch sehr selten – ICH hab damit nie beeindruckende Erfahrungen machen dürfen. Trotzdem wird was dran sein, funktioniert ja für viele 🙂

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            Nochmal: Ich kann ein gegen den Strom schwimmender Revoluzzer sein und damit Geld verdienen – alles super. Bitte ohne Aufmerksamkeit um jeden Preis zu erzeugen, beleidigend und herablassend zu agieren und mich jeder fachlich-nüchternen Auseinandersetzung zu entziehen! Das Bild hat sich mir im Original auf den FP Social Media Kanälen dargeboten. Your mileage may vary. Aber allein (!) darum geht es mir. Türlich sind alle Menschen nur Menschen. Türlich wollen/müssen alle von etwas leben, und bestimmt haben die meisten Leute Leichen im Keller. Darum geht es nicht. Es geht um die Art der Kommunikation in dem Moment, wo ich als Coach vor aller Augen mit meinen Peers und normalen Menschen umgehe. Ne ganz einfache Sache. Und es ist nur meine persönliche Entscheidung, ob ich das als negativ werten möchte oder nicht. Und das tue ich.

            Vll. verstehst du mich mit einem Beispiel: Wir sind uns sicher einig, dass Martin Rooney ein Marketer allererster Güteklasse ist und sich zu verkaufen weiß. Ich habe ihn weder direkt, noch online jemals arrogant oder beleidigend erlebt, wenn jemand etwas hinterfragt hat. Er agiert POSITIV. Um DIESEN feinen Unterschied im (professionellen) Verhalten geht es mir einfach nur. Das musst du nicht so empfinden wie ich, aber vermisch es bitte nicht mit anderen Dingen (Marketing, Produkte oder ob Martin Rooney alleine in seinem Zuhause ein Heiliger ist), die damit nichts zu tun haben.
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            „Wäre er komplett ausgebucht (im Halbstundentakt btw.), wenn es alles Schrott wäre?“

            Das ist vollkommen im Bereich des Möglichen. Arthur Jones, HIT und die Nautilus Maschinen waren auch mal der heißeste Scheiß bis aufs höchste Level – und heute wissen wir es besser. (Nassim Nicholas Taleb – „Fooled by Randomness“ = Relevant).
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            „Das finde ich gut, weil es Punkte sind, um die sich keiner sonst zu kümmern scheint.“

            Im Ernst? Die Dinge verlieren überhaupt nicht an Wert, weil sie vorher gemacht wurden. Mir geht es ja hier am Beispiel nichtmal um diese inhaltliche Dimension. Aber bitte Kirche ins Dorf: Naudi ist in keinem dieser Punkte ein Pionier und wohl kaum der einzige, der sich drum kümmert 😀 [Hatte hier Beispiel für jeden von dir genannten Bereich, die schon lange daran arbeiten – um hier mal zu kürzen hab ich es weggenommen, s.u.]
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            „Ich wüsste nicht, warum man nicht Dinge von Naudi integrieren sollte. Hört sich für mich vieles stimmig an und ich habe Ergebnisse erlebt.“

            [Hier mein entscheidender Punkt, ich hab den Kommentar etwas gekürzt, damit das nicht weiter so ausufert 😉 ]

            Ich hab doch NIRGENDS das Gegenteil behauptet. Türlich kann man, feuer frei! 🙂 Alles ausprobieren, wenns funktioniert: übernehmen. ICH verzichte PERSÖNLICH darauf, weil ICH MICH wegen SEINER ART ZU KOMMUNIZIEREN bewusst entscheiden habe, mich nicht näher mit ihm zu befassen – WOHLWISSEND, DASS ER GUTE METHODEN IN SEINEM WERKZEUGKASTEN HABEN KANN! Ich meine in den relevanten Themenbereichen mindestens gleichwertige Quellen zu kennen (die, von denen Naudi sein Wissen zusammengesammelt hat). Das ist alles. Ich sage nicht, dass Naudi nichts kann. Ich GLAUBE (≠ wissen), dass mir aber nichts entgeht, weil er nichts eigenständiges produziert hat. Sollte ich ganz dringend mal eine Antwort suchen und ich habe anderswo nichts gutes gefunden – dann werde ich mir 100% ansehen, was er in dem Bereich bietet.

            Ich guck in ner ruhigen Minute nochmal in deine Links. Ich verstehe, dass du ihn gut findest, wenn er dich mit bestimmten Aspekten flasht. Freut mich, dass er so ein positiver Multiplikator sein kann, auch wenn ich persönlich seine Art negativ empfinde.

            Ich feier die Themen genau so wie du, ich stimme dir komplett zu in eigentlich allen Punkten. Ich arbeite auch mit „Normalos“ und nicht mit Elite Athleten. Daher interessieren mich dafür sinnvolle Methoden, „Correctives“ etc. ebenfalls mehr, als „das dritte Buch zur Kniebeuge“ oder spezielle Methoden Elite Athleten. Ich mag nur andere Quellen für die gleichen schönen Dinge 🙂

  2. Jouh Servus!

    Ich fasse mich auch etwas kürzer. War ganz verbflüfft gerade, wo manche Sätze hin sind in deinem Kommentar. 😀

    Quellen angeben ist wichtig, da hast du Recht. Wird glaube ich aber irgendwann schwierig wenn man sein eigenes komplexes System entwickelt hat. Das kann ich in ein paar Jahren sicher noch besser beurteilen. ;D

    Klar, wie du Naudi’s Verhalten bewertest steht dir frei. Absolute Zustimmung. Sympathie, Schwingungen etc. 😀

    „Das musst du nicht so empfinden wie ich, aber vermisch es bitte nicht mit anderen Dingen (Marketing, Produkte oder ob Martin Rooney alleine in seinem Zuhause ein Heiliger ist), die damit nichts zu tun haben.“ – Den Satz verstehe ich nicht. Ich weiß nicht was du damit meinst. 😀 Kannst du es mir bitte noch mal anders erklären?

    Mit Naudis Methoden und seinem Wissen:
    Natürlich kümmern sich Leute schon seit Jahrzehnten/Hunderten/Tausenden um die Gleichen Inhalte. Mir sind noch ein paar deiner Beispiele im Kopf. Da hab ich mich wohl unglücklich ausgedrückt.
    Was mich fasziniert ist die Verbindung von vielem und der Übertrag auf Bewegung. Vielleicht täusche ich mich und du weißt/kennst da mehr als ich, aber mir ist niemand bekannt der die Dinge so sehr verbindet und in ein so interessantes System steckt, welches immer noch im Bewegungs/Trainingssetting ist.
    Klar, wir haben da einen Experten und dort einen und hier und dort drüben. Für mich ist Naudi jemand der zwischen diesen Menschen das Netz spannt.
    Ob er dann eine aggressive nervige Spinne ist, ist sicherlich Ansichtssache und wohl auch einfach nur dem unterschiedlichen Sympathiegefühl von uns Menschen geschuldet.
    Analogie Verstegen: Die Übungen und Ansätze von Verstegen waren doch auch schon vor Athlete’s Performance bekannt. Aber er hat es geschafft ein System zu entwickeln, welches einfach, klar und umsetzbar ist und Menschen geholfen hat.

    Ja, damit es nicht noch weiter ausartet und schreiben auch anstrengend wird beende ich auch hier mein Kommentar. Ich denke wir könnten hier locker noch Stunden weiterreden. 😀

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