Tödliche Mikrowelle: 7 Wahrheiten über das strahlende Medium

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Neulich teilte einer meiner Freunde ein Video auf Facebook, dass die Gefahr „Mikrowelle“ eindeutig darstellte. Blumen wurden mit Wasser gegossen und wuchsen. Andere Blumen wurden ebenfalls mit Wasser gegossen, sie starben aber. Der Clou: bei den zweiten Blumen wurde das Wasser vorher in der Mikrowelle erhitzt – natürlich ließ man es vorm Gießen abkühlen. Also ist doch alles klar! Die Mikrowellen töten uns innerlich!

Die Geschichte vom kleinen Hans

Der kleine Hans glaubt nur das, was er mit eigenen Augen sieht. […] Sparen wir uns das. Das Fazit: glaub nicht alles, hinterfrag alles und forsche nach bevor Du irgendwelchen Thesen erliegst. Ich möchte dich in diesem Blogpost nicht langweilen, darum schnell wieder zurück zu der Mikrowelle.

"Nuke'd Food" by Guian Bolisay (CC BY-SA 2.0)
„Nuke’d Food“ by Guian Bolisay (CC BY-SA 2.0)

Verändert die Mikrowelle unsere Nahrungsmittel?

Dazu gibt es eine eindeutige Datenlage von 1982:  Ja, die Veränderungen sind aber minimal. Bei Vitaminen in Lebensmitteln ist die Datenlage ebenfalls eindeutig: es gibt Veränderungen, die sind aber ebenfalls nur minimal und mit denen vom „normalen“ Kochen vergleichbar.

Ich denke, weiter muss ich nicht in die Materie gehen. Wenn ich Dir jetzt für jeden Makronährstoff einzeln erkläre, dass sich dort nicht viel ändert bzw. es sich ausgleicht, sind wir beide nur Zeit ärmer J

Effizienz von Mikrowellen

Herkömmliche Öfen (Gas, Elektrisch) erwärmen Nahrungsmittel von Außen nach Innen. Mikrowellen agieren gegenteilig: sie erwärmen von Innen nach Außen. Das sorgt für eine wesentliche effizientere Vorgehensweise. Die Cowboys von Precision Nutrition haben dazu eine kleine Übersicht online gestellt.

Dabei schneidet die Mikrowelle mit 57% Energie-Effizienz im Vergleich zu 17% (Elektrischer Ofen) und 9% (Gas-Ofen) extrem gut ab. Im Vergleich zu Toastern (1200-1700 Watt) und elektrischen Öfen (3000-8000 Watt) ist die Mikrowelle mit 750-1100 Watt ebenfalls Spitzenreiter.

[Tweet „Du hast kein Atomkraftwerk in deiner Küche stehen. „]

Andere Internet-Mythen über die Mikrowelle

Die Mikrowelle war schon immer ein beliebtes Ziel für Verschwörungen, Krebs und Verstrahlung. Doch was ist dran? Alles in allem nicht viel.

Erhitzte Milch: Nein, erhitzte Milch ist nicht krebserregend.

Elektromagnetische Strahlung: Nein, Du wirst nicht verstrahlt. Die Strahlung ist nicht-ionisiert. Die gefährliche Strahlung ist ionisierte Strahlung und in Atomkraftwerken vorzufinden. Also keine Angst: Du hast kein Atomkraftwerk in deiner Küche stehen. 

Plastik: Plastikbehälter in Mikrowellen sollen Gifte absondern und diese machen dich krank. Bingo! Der erste Punkt, der nicht komplett schwachsinnig ist. Einige Plastikbehälter sondern in der Tat giftige Stoffe ab, die deinem Organismus nicht gerade gut tun. Dafür gibt es aber spezielle „mikrowellengeeignete Gefäße“ – das steht fein säuberlich auf den Schüsselchen und Döschen geschrieben.

Bakterien: Salmonellen, Listerien, Clostridia und Campylobacter könnten in Mikrowellen überleben. Aus diesem Grund dreht sich übrigens die Scheibe im Innern einer modernen Mikrowelle. Falls Du noch ein Modell von 1980 besitzt, ohne jeglichen Dreh-Mechanismus, dann beweg das Essen selbst ab und zu (witzige Vorstellung!) oder aber reinige nach dem Erhitzen die Mikrowelle anständig. Deinen Backofen lässt Du doch auch nicht systematisch verdrecken.

Explodierende Flüssigkeiten: Ja, das kann Dir aber auch bei einem Wasserkocher oder beim Nudelwasseraufkochen passieren. Lässt Du das Wasser zu stark / zu lang kochen, entstehen „Bläschen“. Diese steigen nach oben und das Wasser kocht über. BOOOOOOM!

 

Ich wünsche Dir einen starken Tag,

Thomy

PS: Mikrowellen sind trumpf.

 


 

Verwendete Quellen, weiterführende Links:

http://www.burnthefatblog.com/archives/2011/07/what-science-really-says-about-microwave-ovens.php (Inklusive haufenweise verlinkter Studien und Nachweise)

http://www.precisionnutrition.com/all-about-microwave-cooking (Inklusive haufenweise verlinkter Studien und Nachweise)

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7047080


 

Titelbild:

„Late Night Snack“ by Danielle deLeon (CC BY 2.0)