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Warum wir uns für dich anstrengen

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Wissen, dass man nichts weiß…

Louis C.K., seines Zeichens stand-up comedian und witzigster Mensch auf dem Planeten (Ruppert 2015), hat mal gesagt, dass es gesund sei, sich von Zeit zu Zeit einzugestehen, dass man ein Arschloch ist. Das nicht zu tun sei Eigenart eines Psychopathen.

Nun einerseits ist das witzig. Andererseits ist es wahr. Und natürlich ist es stark zugespitzt. Das Konzept ist aber in der Tat wertvoll und etwas, das man sich zu Nutze machen kann. Ich behaupte daher: Es ist hilfreich, sich von Zeit zu Zeit einzugestehen, dass man keine Ahnung hat.

Ich versuche das so viel wie möglich umzusetzen. Ein kleines Beispiel: Ich hab mitbekommen, dass ein Kommunikationsdesigner eine kleine Doku realisieren möchte, um Menschen mal den Arbeitsalltag dieser Profession nahezubringen. Und dabei fiel mir sofort auf, dass ich zwar einige Leute kenne, die so ihr Geld verdienen – tatsächlich aber KEINE Ahnung habe, was die eigentlich den ganzen Tag so machen.

Ich glaube das ist etwas, das ziemlich vielen von uns ähnlich geht, und zwar mit ziemlich vielen Dingen. Es gibt ziemlich viel, von dem wir bestenfalls eine grobe Idee haben – aber nicht wirklich Ahnung. Warum ist das wichtig?

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Shit Bloggers Do

Vielleicht denkst du dir nichts weiter dabei, dass hier zwei Typen Woche für Woche Artikel veröffentlichen. Leute bringen schließlich überall und zu jeder Zeit neuen content ins Netz.

Auch wenn Thomy und ich uns selber nicht besonders ernst nehmen, meinen wir das, was wir hier machen wirklich (!) ernst. Wenn du nie selber gebloggt und auch ein paar Leser erreicht hast (ich weiß, es war nicht deine Schuld, dass niemand sich für die selbst gestrickten Katzenpfotenschoner interessiert hat 😉 ), dann kannst du es vielleicht nicht nachvollziehen. Aber ich erinnere mich noch gut an meinen ersten jemals veröffentlichten Blog-Artikel. Schließlich auf den „publish“ Button in WordPress zu klicken, so dass potenziell JEDER dein Zeug lesen und dich dafür „verantwortlich“ machen, kritisieren, bloßstellen kann; also es ist sicher kein Wingsuit Base Jumping, aber es ist trotzdem ein relativ unheimliches Gefühl und erfordert ein wenig Überwindung.

Weshalb wir uns anstrengen

Das bedeutet, dass wir wirklich keine Lust haben, als Vollidioten dazustehen. Und uns entsprechend Mühe geben, Inhalte sorgfältig auszuwählen, Informationen zu beschaffen und diese auf hilfreiche Art und Weise zu präsentieren. Was wir NICHT machen: Morgens bei der Klolektüre schnell die Idee für einen Artikel erfinden, nachher vielleicht nochmal Wikipedia konsultieren, um dann irgendeinen Stuss zu verfassen. Es würde nämlich genau einen halben Tag dauern, bis das Wort die Runde gemacht hat, dass hier zwei Spinner unterwegs sind, die Dreck veröffentlichen.

Wir machen uns, Woche für Woche, potenziell angreifbar. Und nicht nur das: Sobald du (wie zB. wir) deinen Lebensunterhalt u.a. damit bestreitest, dass Menschen dich für deinen Expertenstatus hinsichtlich Training und Ernährung bezahlen, geht es wirklich um etwas. Wenn wir hier schlecht recherchierten Quatsch veröffentlichen, schneiden wir uns damit ziemlich direkt ins eigene Fleisch. Daher strengen wir uns an, das NICHT zu tun. Logisch, oder? Reputation baut man (auch im Netz) nicht über Nacht auf, man kann sie aber in Lichtgeschwindigkeit zerstören.

Heißt das, dass nur pures lesbares Gold aus unseren Fingern und durch unsere Tastaturen fließt? Türlich nicht! Keiner von uns zweien hat die Weisheit mit dem Löffel gefressen. Wir wissen, dass es immer mehr zu lernen gibt. Immer mehr auszuprobieren gibt. Und natürlich wissen wir, dass wir zwar oft wirklich richtig gute Artikel schreiben. Aber auch mal einer dazwischen ist, der vielleicht nicht so gelungen ist. Bloggen ist ein Lernprozess. Wie Radfahren. Und wir sind genau so wenig wie du als kleine Kinder das erste mal aufs Fahrrad gestiegen und einfach losgeradelt, ohne jemals hinzufallen. Aber: Wir versuchen aus jedem Sturz etwas zu lernen und es hinterher besser zu machen.

Weshalb wir uns wirklich anstrengen

An dieser Stelle sollte ich vielleicht auch mal unser „Warum?“ beleuchten. Warum machen wir das hier eigentlich? Sicher nicht für den Fame, die Groupies und die Moneten. Dann wären wir übrigens gescheiterte Existenzen. Wenn dir das jetzt Mitleid macht und du helfen willst, kümmer dich bitte zunächst um die Groupies. Danke 😉
Im Ernst: Ein Blog baut sich nicht über Nacht auf. Wir versuchen es über die Qualität. Das ist nicht immer das dankbarste Geschäft, denn die Konkurrenz geht gegen unendlich. Klar gibt es Blogs mit denen ihre Betreiber irgendwann mal ganz ansehnliche Sümmchen verdient haben und die den Durchbruch in den medialen Mainstream geschafft haben. Aber das sind die 1%. Wir sind hier gerade eher occupy. Und wenn wir unsere (auch laufenden!) Ausgaben mal den Einnahmen gegenüber stellen, haben wir hier keinen müden Euro verdient. Und das bedeutet nicht, dass wir idealistische Asketen sind. Klar wäre es schön, sollte sich das irgendwann mal ändern. Aber es ist NICHT die Antwort auf das „Warum?“!

Die Antwort darauf ist schlicht: Weil wir es können. Und vor allem: Weil wir damit Menschen helfen wollen. Wir verfügen gegenüber vielen über einen Wissensvorsprung in Hinblick auf Training und Ernährung. Wir greifen unsererseits auf Experten zurück, von denen 99 von 100 zufälligen Leuten da draußen noch nie gehört haben – die aber zu den besten auf ihrem Gebiet zählen. Diese wertvollen Informationen wollen wir weitergeben. Und die Welt dadurch vielleicht ein kleines bisschen besser machen, weil weniger Menschen verarscht und frustriert werden. Wir Hippies.

(Und weil wir uns immer noch nicht allzu ernst nehmen UND immer noch im Internet sind… hier ist ein Bild von einer Katze:)

Photo courtesy of pinguino_k (Creative Commons License)
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