Motivation

Die größte Lüge, die wir IMMER hören (und erzählen)

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Die wohl häufigste Ausrede, die man als Trainer von Menschen hört, sobald man etwas nachhakt? Nachhakt, warum sie keinen Sport treiben, sich schlecht ernähren – einfach nicht in FORM sind?

„Aber ich habe doch keine Zeit!“

Diese Lüge ist die PERFEKTE Ausrede. Im Ernst. Warum?

Nun, sie ist zunächst einmal sehr glaubwürdig. In unserer geschäftigen Konsumgesellschaft ist es schließlich fast schon Bürgerpflicht, ständig busy und unter Strom zu sein, Stress zu haben und sich selbst – INKLUSIVE DER EIGENEN GESUNDHEIT – hintan zu stellen. Schließlich hat man ja Verpflichtungen. Kennt doch jeder, oder? Und weil das so ist, ist diese Ausrede super geeignet, sämtliche kritische Nachfragen sofort im Keim zu ersticken. Statt unangenehmer Fragen bekommt man ein verständnisvolles Nicken, eifrige Beschwichtigungen: „Achso, keine Zeit… Jaja, gut, so Phasen hat man leider mal… Kann man ja nix für.“

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Photo courtesy of Giuseppe Savo (Creative Commons License)

 

Gleichzeitig ist diese Lüge unheimlich komfortabel und kuschelig weich. So wie das Sofa, auf dem der Lügner dann gestresst „entspannt“. Die Lüge ist so gut, dass wir sie uns sogar SELBER leicht verkaufen können. Wenn du es nur oft genug denkst oder anderen erzählst, dann GLAUBST du es irgendwann auch. Denn du bist ja gar kein fauler Mensch! Um Gottes Willen. Du WILLST ja schließlich! Eigentlich. Also, wenn du könntest wie du wolltest, wenn da nicht XYZ wäre, dann, ja dann… Aber du KANNST nunmal nicht. Und du hast nichtmal SCHULD daran.

Wie cool ist das denn!?

Oder?

I CALL BULLSHIT!

Stärker. Schneller. Beweglicher. Gesünder. Athletischer. Schlauer. Gebildeter. Erfolgreicher. Fürsorglicher. Liebevoller. Verständnisvoller. Kreativer. Entspannter.

Ungefähr jeder, und zwar ohne Ausnahme, will zumindest einige dieser Dinge. Doch in den seltensten Fällen passt das täglich gelebte Verhalten zu diesen (vorgeblichen) Zielen. Und wann immer das der Fall ist, ist es an der Zeit, sich selber mal ehrlich mit ein paar Fragen zu beschäftigen.

Und keine Sorge. Es geht hier nicht um unrealistische Vorstellungen davon, dass du den ganzen Tag nur ackerst und jegliche Form von Freizeit und Entspannung/Chillaxen (oder wie auch immer du es nennen magst) dadurch wegfällt. Doch die Frage muss erlaubt sein: Wer nutzt seine kostbare (!) Zeit schon WIRKLICH aus?

Übrigens: Wenn du dich bislang ein wenig wiedererkennst, empfehle ich dir, die folgenden Fragen wirklich mal für dich durchzudenken – setz dich mit einem Stift und einem Blatt Papier hin, mach in Ruhe einen Spaziergang durch die Natur. Was auch immer für DICH funktioniert, so dass du in Ruhe nachdenken kannst.

Stell dir diese Fragen:

  1. Was sind derzeit deine (höchstens drei) wichtigsten Lebensziele?
  2. Was sind deine Top 3 Fallen für Zeitverschwendung?
  3. Was solltest und KANNST du tun, um deinen Zielen näher zu kommen?
Photo courtesy of Iztof Alf Kurnik (Creative Commons License)
Photo courtesy of Iztof Alf Kurnik (Creative Commons License)

 

Nachdem du diese Fragen geklärt hast, kannst du direkt damit anfangen, mehr aus dir selber rauszuholen. Nicht für andere. Nicht weil du musst. Nicht für mehr Stress. Sondern für dich und für das, was DIR wichtig ist. Was würde passieren, wenn du jeden Tag mal ein bisschen Zeit in dich selber investieren würdest? Zwei Mutmaßungen: Du würdest vielleicht insgesamt mehr tun – aber WENIGER Stress haben. Und mit der Zeit wirst du riesige Fortschritte machen. Und das wird dich motivieren, mehr für dich und dein Leben zu tun. Quasi ein Teufelskreis. In gut. Ein Engelskreis.

Geht das wirklich?

Unmöglich? Wie soll das funktionieren? Ganz leicht! Versuche einfach jeden Tag ein bisschen Zeit von den Dingen aus Frage 2 (Zeitverschwendung) wegzunehmen. Und stattdessen mit Dingen aus Frage 3 (was dich deinen Zielen näher bringt) zu verbringen. Und wenn du mit nur fünf Minuten anfängst, ist auch das ein ANFANG. Und irgendwo muss man schließlich anfangen.

Die zwei mächtigsten Krieger sind Geduld und Zeit […] also vergiss nie: große Leistungen brauchen Zeit, es gibt keinen Erfolg über Nacht. – Leo Tolstoy

Bleib gesund!

Ruppert

DISCLAIMER: Der Artikel wurde inspiriert durch den großartigen Max Shank! Guter Typ.


 

Title photo courtesy of Tim Green (Creative Commons License)

3 Gedanken zu „Die größte Lüge, die wir IMMER hören (und erzählen)

  1. Hi Ruppert,

    das Problem „zu wenig Zeit“ höre ich leider auch immer wieder. Stress ist heute scheinbar sexy und allgegenwärtig. Viele Menschen verbringen auch schon arg viel Zeit damit, überhaupt beschäftigt auszusehen 😉 Tim Ferriss hat das in seinem Buch „The 4 Hour Work Week“ auch ganz cool beschrieben. Dort zeigt er übrigens, wie man sich wirklich Zeit rausholt. Meistens ist es doch nur eine Sache der Priorisierung.

    Am besten zieht für mich immer der Vergleich: Barack Obama schafft es regelmäßig ca. 5 mal die Woche Sport zu treiben und der Mann ist wirklich beschäftigt. Hier konnte bisher noch niemand was drauf erwidern 😀

    Beste Grüße
    Tony

    1. Hallo Tony,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Den habe ich erstmal ohne den Link freigeschaltet, da dein Post noch nicht veröffentlicht ist, und ich gerne den Content gecheckt hätte, bevor wir die „Werbung“ hier erlauben 😉

      Peace!
      Ruppert

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