Ernährung

Mythos: „Nach 18 Uhr nichts mehr essen“

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Mealtiming

Ein weiterer Ernährungsmythos ist die Nahrungsaufnahme nach 18 Uhr. Sie sei schlecht und würde zu Fetteinlagerungen führen, behaupten etliche Menschen. Die Stimmen, die sich lautstark dafür aussprechen sind meist normale Menschen, die es irgendwo aufgeschnappt haben. Stimmt es? Stimmt es, dass der Körper nach 18 Uhr alles in „Hüftgold“ umwandelt?

Original italienische Pizza
Original italienische Pizza

Italien

Komische Überschrift, was? Aber äußerst zutreffend. Im Land der Spaghetti und Pizza wird häufig sehr spät zu Abend gegessen. Dennoch gehören die Italiener nicht zu einer der dicksten Nationen. Weshalb sind sie nicht schwerer als die Amerikaner oder die Deutschen? Sie essen doch nach 18 Uhr noch Unmengen – sogar Kohlenhydrate! Das trifft natürlich auch auf andere Länder zu. Doch das Beispiel ist mir besonders geläufig, da ich mit einem Italiener ziemlich gut befreundet bin und ich selbst dem Irrtum erlag.

Die Sache ist einfach die: dem Körper ist es prinzipiell vollkommen egal, wann Du Nahrungsmittel in deinen Mund schiebst. Er verdaut es alles nach und nach. Isst Du 17 Uhr ein komplexes Menü aus Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen, dann ist es 18 Uhr noch längst nicht verdaut. Das ist eine Frage der Magenverweildauer.

 

Mealtiming
Die innere Uhr?

Zeitschaltuhr

Dein Körper besitzt auch keine innere Zeitschaltuhr. Er schaltet nicht von 17.59 Uhr zu 18.00 Uhr von Fettverbrennung auf „Fetteinlagerung“ um. Aber lustige Sache, wenn dem so wäre: würde Dein Körper zwischen Sommer- und Winterzeit unterscheiden? Am Ende des Tages zählt lediglich deine Kalorienbilanz. In Artikeln wie „Diäten und der Jo-Jo-Effekt“ erkläre ich Dir das ebenfalls. Ich werde nicht müde, es immer und immer wieder zu betonen. Sogenanntes „Mealtiming“ (geschicktes Einnehmen von Mahlzeiten zu bestimmten Zeiten) spielt für 90% der Menschheit keine Rolle.

Abnehmen wirst Du mit dem System also nicht zwingend. Es kann natürlich sein, dass Du Gewicht verlierst, da Du eine Mahlzeit praktisch ausfallen lässt. Aber hungrig einzuschlafen ist nicht gerade leicht. Viel eher bietet es sich, das Frühstück ausfallen zu lassen (wenn Du denn unbedingt willst) oder aber ein kleineres Frühstück zu wählen. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass das den Menschen meist leichter fällt. Es geht aber natürlich nichts über eine geplante Nahrungsmittelauswahl und Essen mit Köpfchen! 😉

Du musst Dich also nicht an die Volksweisheit „nach 18 Uhr nichts mehr essen“ halten.

Bestes Leserkommentar mit anschließender Facebook-Diskussion

4 Gedanken zu „Mythos: „Nach 18 Uhr nichts mehr essen“

  1. Das ist absolut kein Mythos. Wenn dem Körper abends Kohlehydrate zugeführt werden, steigt über Stunden der Isulinspiegel, der es verhindert, dass der Körper nachts Fett aus den Zellen entnehmen kann. Ein Mann kann, indem er Mittags das letzte mal isst pro Woche ca. 400 Gramm abnehmen. Ich selber esse in einer Kantine extrem üppig. Morgends z. B. ein halbes Mettbrötchen + Halbes Eibrötchen mit Remoulade und eine Fischfrikadelle. Dazu einen Tetrapack Kakao, Mittags Schnitzel mit Pommes und um 14 Uhr sowas wie ein Stück Streuselkuchen. Die Kalorien dürften locker bei über 2000 liegen. Trotzdem nehme ich pro Woche 300-500 Gramm ab. Wenn ich am Wochenende mal abends auf einem Geburtstag zuschlage, habe ich locker 1,5 kg mehr drauf am nächsten Tag….dafür brauche ich 3-4 Tage bis ich es wieder weg habe. Kann mir keiner erzählen, dass wenn ich abends esse der Körper nicht zunimmt. Das sind Erfahrungswerte die das Gegenteil beweisen. Ein Diabetiker kann darüber ein Lied singen wieviel Bewegung (am Tag) hilft den Insulinwert zu senken. Diese Bewegung fehlt nachts und kann dem Körper nicht helfen. Wer tagsüber verzichtet ist auf Arbeit nicht leistungsfähig und bringt sich in einen Teufelskteis.

    1. Hallo „Egal“ und vielen Dank für deinen Kommentar, den ich bei Facebook veröffentlicht habe und als Diskussionsgrundlage dient.

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